Planen Sie mit einem Jahr Vorlauf
Zwischen dem ersten Gespräch und dem ersten Arbeitstag in der eigenen Praxis vergehen selten weniger als sechs Monate, oft deutlich mehr. Der Takt wird nicht von Ihnen bestimmt, sondern von den Sitzungsterminen des Zulassungsausschusses und den Kündigungsfristen in Ihrer jetzigen Stelle.
1. Suchprofil festlegen
Fachrichtung, Region, Einzelpraxis oder Gemeinschaft, voller oder halber Sitz, Preisrahmen. Je klarer das Profil, desto schneller erkennen Sie passende Angebote – und desto ernster nehmen Abgeber Ihre Anfrage.
2. Angebote sichten und Kontakt aufnehmen
Praxisangebote erscheinen in Ärztebörsen, bei den Kassenärztlichen Vereinigungen, bei Depots und Beratern. Auf DealOne Praxis sehen Sie sie gebündelt. Beim Erstkontakt genügt eine kurze Vorstellung: Werdegang, Zeitplan, Finanzierungsrahmen.
3. Unterlagen anfordern und prüfen
Nach einer Vertraulichkeitsvereinbarung bekommen Sie die Zahlen: Gewinnermittlungen der letzten drei Jahre, Abrechnungsstatistiken, Personalübersicht, Mietvertrag, Inventarliste. Prüfen Sie diese mit einer Steuerberatung, die Praxen kennt.
4. Preis einordnen
Vergleichen Sie den Angebotspreis mit dem Ertrag der Praxis und mit ähnlichen Angeboten. Unser Praxiswert-Rechner liefert eine erste Spanne; für Verhandlung und Bank lohnt sich eine Bewertung durch eine Fachperson.
5. Finanzierung klären
Sprechen Sie früh mit Banken, die Heilberufe finanzieren, und fragen Sie nach Förderkrediten. Eine Finanzierungszusage unter Vorbehalt der Zulassung stärkt Ihre Position im Gespräch mit dem Abgeber.
6. Zulassung beantragen
In gesperrten Planungsbereichen beantragt der Abgeber die Nachbesetzung, die KV schreibt den Sitz aus, und Sie bewerben sich fristgerecht. Erst der Zulassungsausschuss entscheidet, wer den Sitz bekommt.
7. Kaufvertrag und Übergabe
Der Kaufvertrag sollte unter der Bedingung stehen, dass Ihnen die Zulassung bestandskräftig erteilt wird. Regeln Sie außerdem Übergabestichtag, Übernahme des Personals, Patientenakten nach den Datenschutzregeln, offene Forderungen und eine Übergangsphase mit dem Abgeber.
Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
